Krankheiten-Bakterien
Außenparasiten
Außenparasiten stellen eine Form der Reptilienkrankheiten dar, mit der früher oder später wahrscheinlich jeder Reptilienhalter
konfrontiert sein wird. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krankheiten kann man hier in vielen Fällen selber Maßnahmen ergreifen um der für die Tiere so lästigen und schädlichen Parasiten Herr zu
werden.
Milben:
Die Milbenart, die am häufigsten bei Reptilien diagnostiziert wird, ist die Schlangenmilbe „Ophionyssus natricis“. Diese Milbenart kommt weltweit vor und kann für
Terrarientiere zu einem ernsten Problem werden. Folgen eines Milbenbefalls können starker Blutentzug, Hautschädigungen und Entzündungen der Bissstellen sein. Krankheitserreger wie Bakterien und
Filarien können ebenfalls übertragen werden. Bei der Behandlung von Milben haben wir gute Erfahrungen mit dem dosierten Einsatz von „Frontline“ gemacht. Sanftere Methoden wie das gründliche Einreiben
mit Olivenöl machen nur bei einem leichten Befall Sinn. Weitere Behandlungsmethoden könnt ihr bei Eurem Reptilienarzt erfragen. Neben der Behandlung ist der Austausch aller Einrichtungsgegenstände
des Terrariums wie Steine, Bodengrund und Hölzer notwendig.
Wurmkrankheiten
Würmer sind langgestreckte, wirbellose Tiere die oftmals parasitisch in oder an anderen Tieren leben. Es gibt verschiedene Arten von
Würmern, die verschieden Larvenstadien durchlaufen, welche wiederum verschiedene Wirte benötigen. Um die genaue Art des Wurmbefalls zu bestimmen, ist eine mikroskopische Kotuntersuchung durch einen
Tierarzt notwendig.
Fadenwürmer / Nematoden:
Diese Würmer können fast alle Organe befallen. Bevorzugt halten sie sich im Magen-Darm-Trakt und in der Lunge auf. Die Tiere zeigen
entgegen ihrer Nahrungsaufnahme körperliche Schwäche, apathisches Verhalten sowie ein Ausblassen der Körperfärbung. Manchmal treten auch Durchfall oder eingefallene Muskelpartien und Augenhöhlen
auf.
Bandwürmer/ Cestoden:
Diese Würmer befallen meist den Darmbereich des Tieres. Dem Körper werden dabei wichtige Nährstoffen entzogen. Meist werden durch die
Larven die im Wirtskörper wandern große Schäden in Organen und Gewebe angerichtet.
Saugwürmer/ Trematoden:
Diese Würmer treten im Verdauungstrakt, der Harn- und Gallenblase, Niere, Leber, Lunge und im Blutsystem des Tieres auf. Sie können
sowohl im Kot als auch im Urin des Tieres nachgewiesen werden. Eine Behandlung dieser Würmer ist äußerst schwierig.
Pilzerkrankungen / Mykosen
Pilze leben von verrottendem tierischen oder pflanzlichem Gewebe oder parasitisch auf oder in Pflanzen bzw. Tieren. Sie vermehren
sich durch Sprossung oder Sporen und zwar bevorzugt im feucht-warmen Klima.
Symptome:
Mykosen bzw. Pilzerkrankungen beginnen meist an der Bauchseite des Tieres. Im Anfangsstadium erkennt man dies an abgespreizter oder
braungefleckter Beschuppung. Mit fortschreitender Vermehrung bilden sich großflächige verkäsende oder nässende Wunden.
Behandlung:
Der Tierarzt bestimmt zunächst den Pilz und wendet dann ein resistenzgetestetes Antimykotikum an. Bei fortgeschrittener Erkrankung
finden Antimykotikum Anwendung. Das Tier sollte in Folge einzeln und vor allem warm gehalten werden. Offene Wunden werden zusätzlich mit Antibiotika behandelt. Die Wunde muss austrocknen und darf
daher nicht abgedeckt werden. Das Terrarium muss desinfiziert und ebenfalls mit Antimykotikum behandelt werden, da die Sporen der Pilze sehr widerstandsfähig sein können.
Kokzidien/ Coccidien (Coccidia)
Kokzidien sind mikroskopisch kleine, einzellige Parasiten. Diese können regelmäßig bei Kotuntersuchungen gefunden werden und stellen
in geringer Zahl keine große Gefahr für das Tier da.
Durch einen Entwicklungszyklus ohne Zwischenwirt sind Kokzidien der Gattung Eimeria von besonderer Bedeutung bei der Haltung von
Terrarientieren, da eine Vermehrung der Parasiten im Terrarium erfolgen kann. Häufig befallen Kokzidien die Leber, die Gallenblase oder die Darmschleimhaut.
Die Erkrankungen durch Kokzidien nennt man Kokzidiosen. Sie kommen bei Haustieren wie Hund, Katze und Kaninchen, aber auch bei
Geflügel, Fischen und Reptilien vor. Die Krankheit kann nach erfolgreicher Behandlung rasch abheilen. In besonderen Fällen, z. B. bei Jungtieren oder schwachen Tieren kann sie aber auch tödlich
enden.
Anzeichen für eine Erkrankung sind z. B. Durchfall, kein Appetit, die Abmagerung des Tieres oder auch eine verzögerte Entwicklung der
Jungtiere.
Die Behandlung erfolgt medikamentös z. B. durch Baycox. Je nach Zustand des Tieres geht die Behandlung auch mit Zwangsfütterung und
Flüssigkeitszufuhr einher.
Problematisch bei der Behandlung ist die Verhinderung einer Reinfektion. Die Ansteckungsgefahr für andere Tiere durch Kontakt mit dem
Kot oder durch Aufnahme kontaminierten Futters ist sehr groß. Es besteht auch die Gefahr der Wideransteckung durch die Aufnahme der eigenen Oozysten.
Wichtig ist, dass mehrere Wochen lang strenge Hygieneregeln eingehalten werden. Das Terrarium und alle sich darin befindlichen
Gegenstände müssen desinfiziert oder ausgetauscht werden. Ebenso muss der komplette Bodengrund gewechselt werden. Da Kokzidien äußerst hitzeresistent sind, ist das bloße Erhitzen von
Einrichtungsgegenständen oder Bodengrund in z. B. einem Backofen nicht ausreichend.
Um einem Parasitenbefall vorzubeugen, empfiehlt es sich generell regelmäßig im Abstand von ca. sechs Monaten, Kotproben der Tiere
einzuschicken und prüfen zu lassen.
Zunächst möchte ich sagen, dass bei Reptilien davor gewarnt werden muss, Krankheiten selbst zu behandeln. Ziel der nachstehenden
Zusammenstellung ist lediglich, Erkrankungen vorzubeugen und frühzeitig zu erkennen.
Legenot
Die Legenot ist eine Krankheit, welche bei Vögeln und Reptilien vorkommt und bei Nichtbehandlung zum Tod des Tieres führen kann. Das
Weibchen kann keine Eier mehr legen bzw. hat im Anfangsstadium große Schwierigkeiten mit der Eiablage, da ein oder mehrere Eier im Legedarm oder der Kloake feststecken.
Ursachen hierfür sind z. B. Stress, mangelndes oder zu trockenes Substrat. Auch Vitamin- und Mineralstoffmangel, Kälte
(Freilandhaltung), zu häufige Eiablage und Dickleibigkeit, und ein zu junges Alter der Weibchen können Legenot verursachen.
Wird eine Legenot festgestellt oder vermutet, muss das Weibchen schnellstens von einem Tierarzt behandelt werden. Häufig genügt die
Gabe eines wehen verursachenden Medikaments, treten jedoch Komplikationen auf, muss das Weibchen schnellstens operiert werden.
Atemwegserkrankungen:
Beschreibung:
Staub und Zugluft, aber auch bestimmte Parasiten (Pentastomiden) können zu Atemwegserkrankungen, z.B. Lungenentzündungen,
führen.
Symptome:
Ein häufiges Symptom, was aber oft nicht ernst genommen wird, ist, dass die Bartagame ihr Maul ständig geöffnet hat. Bei gesunden
Bartagamen tritt dies nur in bestimmten Situationen auf, wenn es ihr beispielsweise zu warm ist oder sie sich bedroht fühlt.
Es kann auch sein, dass der Bartagame ein Sekret aus der Nase tritt oder sie sogar niest.
Vorbeugende Maßnahmen:
Wichtig ist, dass die Bartagamen niemals Zugluft ausgesetzt sind. Außerdem sollte der Sand im Terrarium nicht zu sehr
stauben.
Behandlung:
Behandelt werden muss durch einen Tierarzt, der wahrscheinlich mit Antibiotika gegen die Atemwegsinfektion vorgehen
wird.
Häutungsprobleme:
Symptome: Normalerweise ist die alte, abgestorbene Haut der Bartagamen dünn und löst sich in Fetzen. Bei Häutungsproblemen bleibt die
alte Haut am Körper. Zehen und Schwanzspitzen können durch alte Hautreste abgeschnürt werden. Ursachen: Zu trockene Haltung, Vitamin C Mangel. Behandlung: Warme Bäder, alte, gelöste Haut vorsichtig
mit den Fingern abrubbeln. Bei Vitamin C Mangel ein Stück Kiwi anbieten.
Maulfäule:
Ist schwer zu heilen. Im Maul bilden sich Schwellungen und Eitertaschen. Symptome sind starker Speichelfluss und gerötete
Mundschleimhäute. Maulfäule kann durch zu weiche Ernährung (zu viele Früchte) auftreten, auch durch Verletzungen der Schnauze. Es kann auch eine Begleiterscheinung bei Stoffwechselstörungen
sein.
Lähmungen :
Lähmungen können durch zu große Beutetiere verursacht werden. Diese können auf die Nerven im hinteren Körperteil Druck ausüben und
dadurch Lähmungen verursachen oder das Nachziehen der Beine bewirken. Behandlungsmöglichkeit gibt es dafür eigentlich keine. Man kann es allerdings verhindern, indem man angemessene Beute anbietet.
In der Regel sagt man, dass die Beute maximal der Mundbreite der Bartagame entsprechen sollte.
Adenoviren
Der Adenovirus ist ein Virus, der immer häufiger unter Bartagamen auftaucht. Die Bartagame bekommt richtige Krampfanfälle, sie färben
sich nicht mehr, fressen nicht mehr, strecken ihren Kopf hoch und verkrampfen sich stark, sie drehen sich um die eigenen Achse, es schaut so aus, als ob die Bartagame einen epileptischen Anfall
bekommt. Diese Erkrankung taucht hauptsächlich bei Jungtieren auf im Alter zwischen 4 und 14 Wochen. Es können aber auch adulte Tiere daran Erkranken. Momentan ist es jedoch noch nicht so häufig bei
den adulten Tieren aufgetreten, jedoch häufen sich die Vorfälle auch bei diesen.
Das Virus kam schon letztes Jahr häufig in Beständen vor. Die Bartagame ist meistens schlapp und frisst nicht. Außerdem verliert sie
schnell an Gewicht und stirbt meistens nach einigen Tagen. Die Tierärzte versuchen die Krankheit zu behandeln, aber bis lange noch ohne Erfolg. Es gibt noch kein Mittel gegen diesen aggressiven Virus
und die Tiere sind meist nach wenigen Tagen verstorben. Diese Krankheit kann man nur durch einen direkten Kloaken Abstrich erkennen. Durch was der Adenovirus übertragen wird weis man noch nicht
genau.
Da das Virus hoch ansteckend ist sollte man auf strenge Hygiene achten. Man sollte seine Hände sehr gut waschen, schrubben unter sehr
heißem Wasser und desinfizieren bevor man an die gesunden Tiere oder an die anderen Becken geht. Denn sonst besteht die Gefahr, dass Sie den Virus auf andere Bartagamen übertragen, und so ihren
ganzen Bestand anstecken können.
Das gilt auch, wenn man die Futterschalen, Gegenstände aus diesem Becken anfasst wo die erkrankte Bartagame drin sitzt, alle
Gegenstände sollten mit abgekochtem Wasser abgebrüht werden.
Solltet Ihr ein Tier haben mit diesen Anzeichen, so solltet Ihr euch mit dem Tierarzt beraten, und einen direkten Kloaken Abstrich
machen. Dies kostet nicht die Welt, aber Ihr wisst dann 100% was es ist. Tut dies zum Wohl eurer Tiere, erkrankte oder tote Tiere sollte man unbedingt Obduzieren lassen, damit man weiß was ist, und
sich die Krankheit nicht in eurem Bestand ausbreiten kann.